EXKURSION ZUM GEDENKORT REICHENAU/ INNSBRUCK – KUNST UND PROZESS

Im Frühjahr 2026 kam es im Rahmen des Seminars Kunst und Prozess von Ricarda Denzer zu einer Exkursion nach Innsbruck. Anlass war der neu gestaltete Gedenkort Reichenau in Innsbruck (Eröffnung Frühjahr 2027) und ein ortsspezifisches Klangstück, sowie die Fragestellung, wie ein Gedenkort als Lehr- und Lernort mit den Mitteln der Kunst eine NS-Gewaltgeschichte vermitteln kann.

Zwischen 1941 und 1945 befand sich hier das Arbeitserziehungslager Reichenau. Rund 8.500 Menschen waren dort unter Bedingungen von Gewalt, Willkür und Entbehrung inhaftiert. Mindestens 115 Menschen, deren Namen heute bekannt sind, wurden im Zusammenhang mit dem nationalsozialistischen Zwangsarbeitsregime ermordet.

Die Studierenden der Abteilung KKP – Hannah Höll, Mahdiye Seifi, Leon-Konstantin Keller, Niklas Wolf, Magdalena Kernegger, Manuel Salomon, Stefan Myer, Katharina Stepanek, haben sich im Rahmen des Seminars und in Vorbereitung auf die Exkursion, mit den historischen Zusammenhängen und der Methode des ortsbezogenen Hörens und der sinnlichen Wahrnehmung als Form der Vermittlung beschäftigt.

Vor Ort in Innsbruck haben die Studierenden dann mit Schülerinnen und Schülern der Ferrarischule Innsbruck und des Gymnasium Sillgasse und deren Lehrenden Lucia Hofer, Christiane Dorner, sowie Franziska Sponring (ehemaligen Alumnis der Angewandten) ihre Deep Listening und Close Looking Workshops umgesetzt, Sprachaufnahmen gemacht und Field Recordings aufgenommen.

Darüber hinaus konnten wir die Archäologin Dr. Barbara Hausmaier in ihrem Institut in Innsbruck zu den archäologischen Vorarbeiten an diesem Ort befragen und bekamen von dem Historiker und Lehrer Dr. Christian Mathies, eine Führung im Landhaus in Innsbruck und Einblicke in seine Arbeit als Vermittler bei Erinnern:at.